Kunst & Kultur
Die Grundlagen der Kultur eines Volkes liegen in der natürlichen Umgebung und in der Überlieferung. Finnlands Natur hat die Menschen über Jahrtausende geprägt. Auch heute noch fühlt sich der Finne stark mit Wald und Wildnis verbunden. Ein hervorstechender Charakterzug der Finnen ist die Leichtigkeit, mit der Einsamkeit ertragen wird. Stark ist auch die Verbundenheit mit der Überlieferung.
Typisch finnisch: Eine Oper aus dem 19. Jahrhundert, dargeboten auf einer mittelalterlichen Burg, die inmitten eines Sees liegt, ein Saunabad im Holzhaus und danach ein schneller Sprung vom Steg ins Wasser, eine Stadt, die wochenlang im Rhythmus der Jazzmusik vibriert, ein Männerchor, der nicht singt sondern brüllt, Cellos, die Heavy Metal spielen und Europop, interpretiert von Stars in Monsterkostümen, die Uspenski-Kathedrale in Helsinki und die Pielpajärvi-Kirche mitten in der lappländischen Wildnis…
Wenn Sie Musik, Kunst und Kultur vom nordischen Standpunkt aus betrachten, sehen Sie die Dinge aus einem anderen Blickwinkel und in einem neuen Licht.
Sitten und Bräuche in Finnland:
Die Finnen haben ein stark ausgeprägtes Nationalbewusstsein. Es ankert in der Geschichte, insbesondere in als ehrenvoll empfundenen Kriegen und bedeutenden sportlichen Erfolgen, und neuerdings auch in den spitzentechnologischen Leistungen des Landes. Viele Finnen irritiert es, wenn der Gast nicht die entscheidenden Ereignisse in der Geschichte von Finnland oder die sportlichen Heldentaten von Paavo Nurmi und Lasse Viren kennt.
Film in Finnland:
Die Blütezeit des finnischen Films fällt in die 1930er und 1940er Jahre. Meist wurden Literaturverfilmungen und patriotisch-historische Monumentalfilme produziert. Nach dem 2. Weltkrieg kam die Zeit der romantischen Bauernfilme. Das Thema wurde immer neu variiert, und in der Hauptrolle stand eigentlich die finnische Natur. Gegensätze zwischen Stadt und Land waren in dieser Zeit das tragende Thema der finnischen Spielfilme. In den 1960er und 1970er Jahren ging es mit dem finnischen Spielfilm bergab. Eine Ausnahme bildet der Regisseur Risto Jarva, dessen Ralley-Epos „Benzin im Blut“ auch im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, und dessen Film „Urlaub“ von 1976 einen immer wieder zum Lachen bringt. Seit dem Beginn der 1980er Jahre haben sich die Brüder Aki und Mika Kaurismäki bemüht, an die Traditionen des europäischen Films anzuknüpfen, doch gleichzeitig eine eigen Filmsprache zu entwickeln.